Logistik: Baustart für neue Versuchshalle, 01.07.2010
Dortmund. Das Fraunhofer-Institut für Logistik hat in diesen Tagen damit begonnen, eine große Versuchshalle zum Test neuer selbstständiger Transportfahrzeuge im „Schwarm“ im Technologiepark zu bauen. Außerdem plant das Institut gemeinsam mit der TU Dortmund, einen sechsstöckigen Logistik-Campus zu errichten.
Das Institut hat vor einem halben Jahr den bundesweiten Wettbewerb für Zukunftsbranchen gewonnen und holt damit 40 Millionen Euro öffentliche Gelder nach Dortmund sowie Zusagen in Höhe von 66 Millionen Euro aus der Wirtschaft.
„Es freut mich, dass es die Logistik geschafft hat“, sagt Prof. Michael ten Hompel, Leiter des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik.
„Wir stehen in der Logistik heute da, wo die Informatik vor 30 Jahren stand.“ Also vor einem gewaltigen Durchbruch. Die Logistik, so ten Hompel, sei bislang gewaltig unterschätzt worden. „Wir reden über 5700 Unternehmen zwischen Duisburg und Dortmund mit 100 000 Beschäftigten. Allen sei klar, dass es - bei allem Wettbewerb untereinander - so nicht weiter gehen könne. Die Warenverteilung stehe buchstäblich kurz vor einem Kollaps.
„Wir können es uns nicht mehr erlauben, Lkw mit 30 Prozent gefülltem Laderaum fast leer fahren zu lassen“, kommt ten Hompel auf den Punkt. „Morgens liefert DHL, mittags UPS“ - dieser Luxus sei angesichts von Kostendruck und schwindenden Ressourcen nicht mehr zeitgemäß.
Warenverkehr werde zunehmend von individuellen Sendungen geprägt. Und dem Kauf im Internet. Warenkorb, das war einmal. „Heute wird die einzelne CD im Internet bestellt“, weiß ten Hompel. Und das stellt die Logistik für gewaltige Herausforderungen. Für ein Teil kann man keinen Lkw vorbeischicken.
„Die entscheidende Frage ist: Wie kann ich das effizient erreichen?“ Oder anders - und auf deutsch: „Wie holt man mehr ‘raus mit weniger rein?“
Ziel sei, so ten Hompel, 25 Prozent der Ressourcen einzusparen. Deshalb zögen die Logistik-Unternehmen trotz Konkurrenz in dieser Frage an einem Strang. Und wo ließe sich die Frage besser lösen als im Ruhrgebiet, „der Logistik-Hauptstadt Europas“.
Eine Lösung der Zukunft könnte das „intelligente Etikett“ sein, das weiß, woher es kommt und wohin es will. „Es findet selbst seinen Weg zum Ziel“, verdeutlicht der Fraunhofer-Chef.
Der Geschäftsführer des Fraunhofer-Instituts sieht einen Markt von 4000 neuen Job: „Wenn nur drei oder vier von 100 angedachten Projekte fliegen, ist die Zahl zu erreichen“, so ten Hompel.
Quelle: derwesten.de
